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Referenzen: Veröffentlichungen in der Presse

Rheinland-Pfalz: Artikel (Quelle: http://www.fm.rlp.de/Bauen/Wohnraumfoerderung/Konversion/Projekt_Landau.asp)

Vom Fünfziger-Jahre-Standard zum Wohnen im Park: Wohnen im Landauer Süden
Als die französischen Streitkräfte aus Landau abzogen, kamen gemischte Gefühle auf: Wenn ein ganzer Stadtteil verlassen wird und die Häuser leer stehen, wächst die Nervosität. Bis die heutige Rhein-Pfalz Wohnen GmbH (damals Heimstätte Rheinland-Pfalz GmbH) das Projekt "Konversion Landau" prüfte.

Im November 1996 erwarb sie das Areal aus dem Besitz des Bundes: 342 Wohneinheiten im Süden der Universitätsstadt Landau, insgesamt 16.500 Quadratmeter Wohnfläche, wechselten den Besitzer. Auf den fast 60.000 Quadratmetern Grundstücksfläche der beiden Standorte Cité Dagobert und Cité Montclar mit ihren großzügigen Grünflächen und dem idyllischem Baumbestand gab es viel zu tun: Die zwei- bis dreigeschossigen Häuser aus den Fünfziger Jahren wurden auf einen modernen Standard gebracht.

Die Häuser wurden umfassend modernisiert. Schon im Frühjahr 1997 wurde das erste Haus mit sechs Wohnungen fertiggestellt und vermarktet. Das Motto: "Wohnen im Park". Jeder Käufer erhielt zusätzlich zur staatlichen Eigenheimzulage einmalig 103 oder 256 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche vom Land. Vor allem jungen Familien sollte so der Erwerb von Wohneigentum ermöglicht werden. Das Angebot traf großes Interesse.

Gleichzeitig wurden Zweifel am Konzept laut: Bürger, Mandatsträger und die Stadtverwaltung Landau befürchteten, dass im Süden der Stadt ein Ghetto entstehen könnte. Da die Wohnungen nach den Verbilligungsrichtlinien des Bundes erworben worden waren, konnten nur Mieter und Käufer mit Wohnberechtigungsschein das Angebot annehmen. Die Befürchtung: Die Cité Dagobert und die Cité Montclar könnten sich zu einem Wohngebiet für Aus-, Umsiedler und Sozialhilfeempfänger entwickeln.

Die Rhein-Pfalz Wohnen legte daraufhin eine konsequente Sozialplanung vor. Die Mieter, Kaufinteressenten und Eigentümer wurden intensiv vor Ort betreut. Das Landauer Konversionsteam moderierte auch "Sparringsveranstaltungen". Dabei werden streitende Parteien frühzeitig an einen Tisch geholt, um sich so unter neutraler Anleitung einigen zu können.

Außerdem stellte die Rhein-Pfalz Wohnen der örtlichen Elterninitiative Naturnaher Kinderspielplatz ein 3.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Aus der ehemals von den französischen Streitkräften genutzten Schule wurde eine städtische Grundschule. Schon früh wurde ein Kindergarten eingerichtet.

Inzwischen ist die Cité Dagobert mit ihren 20 Zwei-Zimmer-Wohnungen und 40 Drei-Zimmer-Wohnungen vollständig vermietet. In der Cité Montclar sind alle 114 Eigentumswohnungen (Drei-, Vier- und Fünf-Zimmer-Einheiten) verkauft.

Das Landauer Projekt genießt einen hohen Stellenwert im Landesprogramm für Konversion: 1,58 Millionen Euro flossen aus dem "Landeskonversionsprogramm Miete" in die Cité Dagobert, 1,7 Millionen Euro in die Cité Montclar. Aus dem "Landeskonversionsprogramm Eigentum" wurden zusätzliche 1,89 Millionen Euro in die Cité Montclar investiert. Damit ist Landau nach dem Mainzer Martin-Luther-King-Park das zweitgrößte Konversionsprojekt des Landes.

Dank der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte in Landau innerhalb kürzester Zeit bezahlbarer und hochwertiger Wohnraum geschaffen werden. Insbesondere Familien aus Landau und Umgebung haben profitiert: Von den mehr als 1.000 neuen Bewohnern zählen gut 90 Prozent zur Gruppe der jungen Familien mit Kindern. Das Konversionsprojekt Landau zeigt: Wohnungs- und Sozialpolitik können erfolgreich verknüpft werden und einen neuen Stadtteil positiv prägen.